Geschichten, die leuchten

Clemens Meyer begeisterte das Neustädter Publikum am Abend des 22. Oktober.

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Die Vorankündigung:

In Clemens Meyers Bücherregal sieht es chaotisch aus. Es gleicht einem ungeordneten Antiquariat. Chandler steht neben Thomas Mann, drum herum die Werke von Ludwig Renn, Werner Heiduczek, Dostojewski, Arnold Zweig, Jack London und B. Traven. Doch am meisten beeindruckt ihn Hemingway. Heute bereichern Meyers eigene Werke die Bücherregale des Landes.

Doch wie fing alles an? 1977 in Halle an der Saale geboren, wuchs Meyer im Leipziger Osten auf, machte 1996 das Abitur und arbeitete dann als Bauhelfer, Möbelträger, Gabelstaplerfahrer und Wachmann. Doch seine Leidenschaft, das Schreiben, begleitet ihn schon durchs Leben, seit er neun Jahre alt ist und führte ihn schließlich zum Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo er 2003 sein Studium abschloss.

Heute ist der tätowierte Hemingway-Fan aus der deutschen Literaturlandschaft nicht mehr wegzudenken. Sein Debütroman „Als wir träumten“ erhielt mehrere Literaturpreise und wurde schon als Theaterstück aufgeführt. Mit „Die Nacht, die Lichter : Stories“ gelang ihm endgültig der Durchbruch.

In 15 Stories erzählt der Leipziger von verpassten Lieben, traurigen Realitäten, der großen Hoffnung und einsamen Verlierern. Sie spielen in der Lagerhalle, auf der Pferderennbahn oder am Fluss. Oft stehen Menschen im Mittelpunkt, die gescheitert und verloren sind, denn Meyer will in seinen Geschichten Konflikte verarbeiten und wo sonst findet man diese, wenn nicht im Umfeld von Leuten, die auf der Schattenseite leben. „Ich will Geschichten schreiben, die leuchten“ erklärt der diesjährige Preisträger der Leipziger Buchmesse. Beleuchtung war auch nötig, um die Stories aufzuschreiben, denn Meyer schrieb meist nachts, während der ca. 20-monatigen Arbeit an „Die Nacht, die Lichter“.

„Jede [Story] war eine Herausforderung, und ich habe immer alles gegeben, so dass ich, als das Buch fertig war, kräftemäßig total am Ende war und wieder mal in das berühmte Loch gefallen bin.“

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Published in: on Oktober 13, 2008 at 9:47 am  Schreibe einen Kommentar  

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