Nominierte für den Preis der Buchmesse Leipzig

Folgende Buchtitel, mit denen die Autoren für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011 in der Kategorie Belletristik nominiert waren, können bei uns ausgeliehen werden:

Arno Geiger: „Der alte König in seinem Exil“
 

Arno Geigers Vater hat Alzheimer. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung auf, er verliert seine Orientierung in der Gegenwart, sein Leben kommt ihm abhanden. Der Sohn geht mit ihm durch die Landschaft,
in der sie beide ihre Kindheit verbracht haben, hört offen und liebevoll auf seine nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätze und beginnt den Vater von neuem kennen zu lernen.
In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von Gegenwart und Vergangenheit des Vaters und der eigenen Kindheit im Dorf. Und wie er entdeckt, dass die Person des Vaters auch im Alter Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde nicht verloren hat.

 

Wolfgang Herrndorf: „Tschick“
 

Der Vater vergnügt sich mit seiner Assistentin auf einer Geschäftsreise, die Mutter ist in der Entzugsklinik: Maik Klingenberg wird die großen Ferien sich selbst überlassen am Pool der elterlichen Villa verbringen. Er ist ein Außenseiter und wird von den Mitschülern als „Psycho“ gemieden. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick,
eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einer der Plattenbausiedlungen im Osten Berlins, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.

Preisträger 2011: Clemens J. Setz – „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“

Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein großes Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten – auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das Mahlstädter Kind. Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es „in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen“. Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand. Die Geschichten in Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes sind gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror. Wie in den Romanen präsentiert sich Clemens J. Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer Porträtist ihrer Eigenarten.
In der Kategorie Sachbuch/Essayistik war u.a. nominiert: Karin Duve – „Anständig Essen“
 

Karen Duve gehörte nicht eben zur Gesundheitsfraktion. Bratwürste wanderten genauso in ihren Einkaufswagen wie Gummibären und Curryketchup in Plastikflaschen. Dann kam eine neue Mitbewohnerin, die aufheulte, wenn Karen Duve nach der „Grillhähnchenpfanne für 2,99″ griff. Und Karen Duve musste einräumen, dass das Leben der „Grillhähnchenpfanne“ vor ihrer Schockfrostung wohl eher unerfreulich gewesen war. So stellten sich vor der Tiefkühltruhe grundlegende Fragen: Darf man Tiere essen? Und wenn Tiere nicht, warum dann Pflanzen? Können wir einen persönlichen Gewinn daraus ziehen, unsere Gewohnheiten zu ändern? Karen Duve beschloss, innerhalb eines Jahres verschiedene Ernährungsweisen und die dahinter stehenden weltanschaulichen Konzepte
auszuprobieren. Und nicht nur das: Sie informierte sich, recherchierte, befragte Landwirtschaftsminister, Jäger und Tierschützer. In Anständig essen. Ein Selbstversuch beschreibt Karen Duve jenseits aller Ideologien und mit der ihr eigenen Komik von ihrem Versuch, ein besserer Mensch zu werden; von ihren Triumphen, ihrem Scheitern und von den bohrenden Fragen, die sich daraus ergaben.
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Published in: on März 28, 2011 at 6:52 am  Schreibe einen Kommentar  

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