Romane Juli/August

Holger Witzel alias Hans Waal: Schnauze Wessi! – Ätzender als Holger Witzel beschreibt niemand den Zustand der innerdeutschen Einheit 20 Jahre nach der so genannten Wiedervereinigung. Seine Kolumne ist regelmäßig die meistgeklickte und meistdiskutierte auf stern.de. Die Fakten und Beobachtungen, mit denen der bekennende Ossi dabei argumentiert, schmerzen besonders, weil sie trotz aller Überspitzung im Kern sehr wahr sind. Und: Sie machen richtig Spaß!
Kriminelle, die als Aufbauhelfer getarnt sind, das Märchen von der »Ostalgie« als Marketingtrick westdeutscher Konzerne oder die kokette Sehnsucht vieler Schwaben, ein echter Ostberliner zu werden – nichts ist vor seiner spitzen Feder sicher. Auch nicht die Buchform – jetzt zum Selberlesen oder Verschenken. (Interview im Deutschlandradio)

Christoph Dieckmann: Freiheit, die ich meine – »Freiheit, die ich meine / Die mein Herz erfüllt / Komm mit deinem Scheine / Süßes Engelsbild!« Diese friedseligen Verse entstanden 1813, als der Dichter Max von Schenkendorf die Leipziger Völkerschlacht überlebte. Im selben Jahr tönte er: »Die Christenbanner wehen / Dein ist, o Herr, der Krieg!« – Freiheit heißt das Leitwort des Nationalismus wie der Demokratie. Im Namen der Freiheit begann George W. Bush den Irakkrieg und die arabische Jugend ihre Revolution. Christoph Dieckmann, vielfach preisgekrönter Autor und Reporter der ZEIT, erzählt in seinem neuen Buch vom erhabensten Menschheitsgefühl – und einem vielfach missbrauchten Begriff. Dieckmann begibt sich zu »teutschen Vaterlandsriesen« in Leipzig und Köln, zu den freien Bürgern von Basel und an den See Genezareth des Bergpredigers Jesus, zu Karl Marx und Martin Luther King, nach New Orleans ins »Bethlehem des Jazz« und zu den Fußballfreunden von Robert Enke, der in den »Freitod« ging.

Arno Surminski: Tod eines Richters – „Er hatte es verdient zu sterben“ Eines Abends erhält die Jurastudentin Hanna Bohra einen anonymen Anruf, in dem ihr mit diesem Satz der Tod ihres Vaters mitgeteilt wird. Kurz darauf wird der Tote vor seinem Schreibtisch liegend aufgefunden, doch alles an diesem Fall bleibt mysteriös. Wer kann ein Interesse am Tod des rennomierten Richters im Ruhestand gehabt haben? Welche Rolle spielt der junge Mann, der sich mit dem Richter zu einem Gespräch über ein fachliches Problem treffen wollte?
Hanna beauftragt einen Privatdetektiv, Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. Dieser dringt immer tiefer ein in ein Geflecht aus rechtlichen und ärztlichen Fragestellungen, das Spezialgebiet des Richters. Am Ende steht die Frage nach dem Wert eines Menschenlebens: Kann ein Mensch ein Schaden sein? (Rezension auf blauenarzisse.de)

Willi Fährmann: Als Oma das Papier noch bügelte – Von Willi Fährmann stammt der Satz „Lesen ist wie Reisen“. Als Kind war ihm das wirkliche Reisen nicht vergönnt. Man war nicht reich, allenfalls kinderreich. Doch wo das Geld fehlt, kann auch die Phantasie ein guter Reiseleiter werden. So sind auch Willi Fährmanns Geschichten aus der nicht immer guten alten Zeit gleichsam Reisen in die Vergangenheit. Geschichte in Geschichten zu verpacken, damit Vergangenes nicht in Vergessenheit gerät, ist eine Kunst, die kaum einer so gut beherrscht wie Willi Fährmann. Wer von der jüngeren Generation weiß noch, dass Zeitungspapier, unter den Mantel gepackt, im Winter wärmt? Gewiss – heute gibt es Computer, die Daten und Fakten speichern, aber einer muss sie zunächst weitergeben – besser noch: muss davon erzählen, was war. Denn eines steht fest: Jahreszahlen sind schnell vergessen, aber Geschichten, die weitererzählt werden, vergisst keiner so schnell. (Homepage des Autors)

Außerdem:

François Lelord: Die kleine Souvenirverkäuferin
Wladimir Kaminer: Mein deutsches Dschungelbuch, Küche totalitär, Es gab keinen Sex im Sozialismus, Salve Papa!

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Published in: on August 20, 2012 at 10:54 am  Schreibe einen Kommentar  

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