Bücher im Feuer

Matthias Biskupek spricht vor Schülerinnen und Schülern über die Bücherverbrennung

bisku

Am 11. März war der Autor und Literaturkritiker Matthias Biskupek Gast der Neustädter Bibliothek, um über Bücherverbrennung zu sprechen. Vor 75 Schülern des Orlatal-Gymnasiums erklärte er den Ablauf einer solchen Bücherverbrennung, wie sie am 10. Mai 1933 stattfand. Die Beschreibung des Henkers, der die Bücher mit einer Zange peinigt und ins Feuer wirft, lässt dieses literaturgeschichtliche Thema in seinem vollen Ausmaß erscheinen. Dabei kamen Autoren wie Kurt Tucholsky, Heinrich Heine und Erich Kästner zur Sprache. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf Erich Mühsam. Der anarchistische Autor und Publizist wurde 1934 im KZ Oranienburg von den Nationalsozialisten ermordet. Mit einem Essay aus seinem Buch „Lob des Kalauers und andere Für- und Widerreden- Essays aus 10 Jahren“ brachte Biskupek Erich Mühsam den Schülern näher. Man erfuhr viel über das Kabarett „Bretti“, in dem Mühsam auftrat, und über seine Zusammenarbeit mit Ludwig Scharf. Der Ausspruch “ Ludwig Scharf dichtete mühsam, Mühsam dichtete scharf“ wird dabei wohl vielen im Gedächtnis bleiben. Es folgte eine Lesung mehrerer Texte Mühsams, um einen Eindruck seines Schaffens zu erlangen.
Doch Matthias Biskupek machte darauf aufmerksam, dass nicht nur 1933 Bücherverbrennungen stattfanden. So fanden diese auch beim Wartburgfest 1817 und unter Stalin in Russland statt. Schließlich spannte er den Bogen zur Gegenwart. Autoren würden auch heute noch verfolgt und müssen aus ihren Heimatländern fliehen. Hier hilft die von Biskupek vorgestellte Organisation „P.E.N.“, die sich für die Freiheit des Wortes einsetzt und Schriftsteller bei einem Neuanfang in Deutschland unterstützt.

Matthias Biskupeks Vortrag wurde von aufmerksamen Fragen der Schüler begleitet und endete mit einem gebührenden Applaus, der bezeugt, dass ein Interesse für das Thema geweckt wurde. (Dominique Irlesberger, z.Z. Studentin der FSU Jena)

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Published in: on März 21, 2013 at 8:42 am  Schreibe einen Kommentar  

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