Neue Sachbücher im Sommer

vanderbBirgit Vanderbeke: Gebrauchsanweisung für Südfrankreich – Sonnenblumenfelder und Olivenhaine; Pont du Gard und blühender Lavendel; mediterrane Luft, die nach Thymian und Rosmarin duftet, und das Klacken der Pétanquekugeln – das ist Südfrankreich. Und noch viel mehr. Denn wussten Sie, dass »Gekochtes Wasser« zu den Spezialitäten der provenzalischen Küche gehört? Wie man sich beim »Piquenique« verhält? Dass sich die Bewohner hier seit Jahrhunderten weigern, an die Zentrale in Paris Steuern zu entrichten? Und dass noch immer über den Erfinder des Cassoulet gestritten wird? Birgit Vanderbeke führt mit dieser charmanten Liebeserklärung mitten hinein in eine der vielfältigsten Regionen Frankreichs – und zu den Menschen mit ihrer »convivialité«, ihrer Kinderliebe und leidenschaftlichen Anarchie. (Die Autorin spricht über ihren Arbeitsplatz auf buchreport.de, Rezension auf lilos-reisen.de)

Martyn Lyons: Das Buch, eine illustrierte Geschichte – Nichts hat die Geschicke der Welt so nachhaltig verändert wie dasbuch geschriebene Wort. Seit der Erfindung der Schrift durch die Sumerer hat die Schreib- und Lesekultur eine faszinierende Entwicklung durchgemacht: Es wurden Alphabete geschaffen, die Schriftrolle vom Kodex abgelöst, Satzzeichen und Wortabstände eingeführt, der Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden und weite Bevölkerungsteile der westlichen Welt literalisiert. Martyn Lyons zeichnet die Geschichte des Buches bis zum heutigen E-Book detailliert, kurzweilig und aus internationaler Perspektive nach. Mit mehr als 250 überwiegend farbigen Bildern illustriert, fängt dieser Band die Macht und Magie des Buches ein. (Besprechung von lettra.tv auf youtube, Rezension auf rezensionen.ch)

50259_1_fleck_bb_web1(1)Dirk C. Fleck: Die vierte Macht, Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung in Krisenzeiten – Dirk C. Fleck trifft die wichtigsten Journalisten des Landes und befragt sie zu ihrer Verantwortung in einer Welt, die sich scheinbar gewissenlos selbst zerstört. Wie stark engagieren sich die Medien für einen Wertewandel in der Gesellschaft? Nutzen sie in heutigen Krisenzeiten ihren Einfluss als vierte Macht, um die Zuschauer, Zuhörer und Leser aufzuklären und zu sensibilisieren? Und lassen die Medien eine solche Berichterstattung überhaupt zu – denn ist das Mediengeschäft nicht in erster Linie ein Unterhaltungsgeschäft?
Dirk C. Fleck führt sehr substanzielle, informative Gespräche und präsentiert gestandene Journalistengrößen in kurzweiligen Porträts, welche die Medienprotagonisten auch von einer persönlichen Seite zeigen. (Hörbeitrag im SWR2, Rezension auf NDR.de)

Josie Jeffery: Pflanzensamen, sammeln, trocknen, tauschen – Blumen-, Gemüse- und Kräutersamen selbst zu gewinnen und zu tauschen machtpflanzen nicht nur Spaß, sondern trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei und ist Teil der Nachhaltigkeitsbewegung. Dieses Buch zeigt, wie jeder umsichtige Hobbygärtner Saatgut ernten und wieder aussäen kann. Von der Saatgutbeschaffung und -Gewinnung über die richtige Lagerung erfahren Sie hier alles aus erster Hand, denn die Autorin Josie Jeffery ist eine engagierte Gärtnerin und Saatgut-Aktivistin.
Egal ob Sie Gepflanztes im nächsten Jahr weiterziehen, die Vielfalt des eigenen Gartens bereichern oder alte Kulturpflanzen mehr verbreiten möchten – das Praxisbuch liefert die richtige Anleitung für Einsteiger und Fortgeschrittene. (Rezension im MDR)

alyGötz Aly: Die Belasteten – „Euthanasie“ 1939-1945, eine Gesellschaftsgeschichte – Die ›Euthanasie‹-Morde und wie wir damit umgehen.
200.000 Deutsche wurden zwischen 1939 und 1945 ermordet, weil sie psychisch krank waren, als aufsässig, erblich belastet oder einfach verrückt galten. Nicht wenige Angehörige nahmen den Mord an ihren behinderten Kindern, Geschwistern, Vätern und Müttern als Befreiung von einer Last stillschweigend hin. Die meisten Familien schämen sich bis heute, die Namen der Opfer zu nennen. Beklemmend aktuell lesen sich die Rechtfertigungen der vielen Beteiligten: Erlösung, Gnadentod, Lebensunterbrechung, Sterbehilfe oder Euthanasie. Götz Aly bringt mit seinem neuen Buch Licht in ein düsteres Kapitel der deutschen Gesellschaftsgeschichte. (Besprechung auf dradio.de, Interview mit dem Autor und ein Videobeitrag zum Buch im ZDF)

Peter Sloterdijk: Zeilen und Tage – Notizen 2008-2011 – Über vier Jahrzehnte hinweg widmete sich Peter Sloterdijk Morgen für Morgen einemsloterd Tagebuch besonderen Typs: In linierten DIN A4 Heften hielt er handschriftlich fest, was ihm am vergangenen Tag aufgefallen war und was ihm bevorstand. Eine Veröffentlichung der Notate zog er nicht in Betracht. „Datierte Notizen“ entstanden durch dieses Schreiben-für-sich-selbst, eine melancholisch-fröhliche Zeitgenossenschaft zeigt sich in ihnen die Denktagebuch, intellektuelle Komödie und gesellschaftliche Tragödie auf einzigartige Weise miteinander verknüpfen.
Peter Sloterdijk schrieb in den wie um ihrer selbst geführten Tagebüchern mit und gegen die Ereignisse, richtete seine Aufmerksamkeit auf die großen Zusammenhänge und die versteckten Details; zur frühen Stunde entstanden außergewöhnliche Kurzessays und ironische Aphorismen, bissige Kommentare und zurückhaltende Lobgesänge.
Ende des Jahres 2011 entschloß sich der Tagebuchschreiber, seine Notizen öffentlich zu machen: Er nahm sich Heft 100 aus dem Jahre 2008 vor und transkribierte seine Niederschriften, Zeilen und Tage, bis zum Mai 2011. (Videobeitrag in der Süddeutschen Zeitung, Besprechung in der Zeit, ausführliche Rezension auf glanzundelend.de, Homepage des Autors)

make_LoveAnn-Marlene Henning: Make Love, ein Aufklärungsbuch – Noch nie war es einfacher, etwas über Sex zu erfahren. Das Internet, Fernsehen, Magazine – überall wimmelt es von Pornografie und Erotik. Das heißt aber nicht, dass Jugendliche heute besser informiert sind als früher – ganz im Gegenteil. Wer heute jung ist, hat schon alles gesehen, aber weiß fast nichts. Durch die Sex-Überflutung entsteht ein trügerischer Eindruck. Denn was man in den Medien als Sexualität präsentiert bekommt, hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Pornofilme sind Inszenierungen. Über erfüllten, liebevollen Sex sagen sie nichts.
Es ist deswegen höchste Zeit für ein modernes Aufklärungsbuch.
Make Love rollt das Thema neu auf. Die Autorinnen Ann-Marlene Henning und Tina Bremer-Olszewski zeigen, dass schöner Sex nichts mit Perfektion zu tun hat. Das Buch ist ein Leitfaden für junge Menschen, Spaß am Sex zu haben. Den eigenen Körper zu entdecken, Unsicherheiten zu überwinden, das Reden über Sex zu fördern. Es hilft dabei, eigene Wünsche, aber auch Grenzen zu definieren.
Es gibt den neuesten Forschungsstand wieder und kennt keine Tabus. Alles, was den Jugendlichen täglich begegnet, kommt zur Sprache. (Interview mit der Autorin auf zeitjung.de und noch eins im Spiegel, Videobesprechung von lettra.tv auf youtube, Jurybegründung zur Nominierung zum Jugendliteraturpreis Sachbuch 2013)

Published in: on Juli 29, 2013 at 11:33 am  Schreibe einen Kommentar  

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