Mo Asumang liest Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis

Gemeinschaftsveranstaltung der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla und Lese-Zeichen e.V. anlässlich der 20. Thüringer Literatur- und Autorentage am Montag, 29.05.2017, 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek.

Die Morddrohung einer Neonazi-Band veranlasste Asumang, sich »face to face« mit dem Thema Rassismus zu beschäftigen.

Wie fühlt sich Fremdenhass auf der eigenen Haut an? Die afrodeutsche TV-Moderatorin Mo Asumang wagt ein spektakuläres und einzigartiges journalistisches Experiment. Mutig und entschlossen sucht sie die offene Konfrontation mit rechten Hasspredigern – unter 3000 Neonazis auf dem Alex, bei einem rechten Star-Anwalt, unter braunen Esoterikern, auf einer Neonazi-Dating-Plattform, ja sogar bei Anhängern des Ku-Klux-Klan in den USA. Sie begegnet Menschen, die sie hassen – und entlarvt sie dadurch. »Manche würden, was ich erfahren habe, Rassismus nennen, manche sagen Fremdenfeindlichkeit, und das wird es immer geben, viele erkennen es wieder als eine Form des Mobbing. Doch egal, wie man dazu sagt, es wird verübt von Menschen, die einen aus den unterschiedlichsten Beweggründen heraus klein machen, die einem das Selbstbewusstsein rauben wollen oder sogar das Leben. Aber es gibt Gegenmittel. Die Beobachtungen, die der Leser in meinem Buch machen kann, sollen zeigen, wie man langsam lernt, die Kampfstrategien der Rassisten umzudrehen, ohne jedoch selbst diesem Hass zu verfallen.«

Ein bestürzender Blick in die rechte Szene und ein Mut machendes und mitreißendes Beispiel, die eigene Angst zu überwinden und sich zur Wehr zu setzen.

Mo Asumang, 1963 als Kind einer Deutschen und eines Ghanaers in Kassel geboren, wurde 1996 Deutschlands erste afrodeutsche TV-Moderatorin (»Liebe Sünde«). Seitdem arbeitet Asumang als Moderatorin, Filmemacherin (»Roots Germania« und »Die Arier«, beide Grimme-Preis nominiert), Dozentin und Schauspielerin.

Karten für die Veranstaltung (€ 6,-/Erm. € 5,-) können in der Touristinformation im Lutherhaus oder der Stadtbibliothek erworben werden. Reservierungen sind telefonisch unter 036481 22901 oder per E-Mail an stadtbibliothek@neustadtanderorla.de möglich.

Published in: on Mai 9, 2017 at 2:59 pm  Schreibe einen Kommentar  

Der betrogene Patient – Lesung mit Gerd Reuther

!!!Verlegt!!!

in der Stadtbibliothek AugustinerSaal, Puschkinplatz 1, 07806 Neustadt an der Orla, Montag, 8. Mai 2017 um 19.30 Uhr

Nie waren die Heilungsversprechen größer als heute und doch ist die ärztliche Behandlung zu unserer häufigsten Todesursache geworden. Wer den Therapieempfehlungen der Mediziner rückhaltlos vertraut, schadet sich häufiger, als er sich nützt. Erschreckend viele Behandlungen sind ohne nachgewiesene Wirksamkeit und oft wäre das Abwarten des Spontanverlaufs sogar wirksamer und nachhaltiger.

Schonungslos ehrlich seziert Dr. med. Gerd Reuther nach 30 Jahren als Arzt seinen Berufsstand. Er deckt auf, dass die Medizin häufig nicht auf das langfristige Wohlergehen der Kranken abzielt, sondern in erster Linie die Kasse der Kliniken und Praxen füllen soll. Seine Abrechnung ist aber nicht hoffnungslos, denn er zeigt auch auf, wie eine neue, bessere Medizin aussehen könnte. Sie müsste mit einer anderen Vergütung medizinischer Dienstleistungen beginnen und Geld dürfte nicht mehr über Leben und Tod bestimmen.

Dr. med. Gerd Reuther, Jahrgang 1959, ist Facharzt mit Lehrbefugnis für Radiologie. Als diagnostischer und interventioneller Radiologe ist er ein Vertreter der letzten fächerübergreifenden Disziplin in einem subspezialisierten Gewerbe. Er blickt auf 30 Berufsjahre zurück, in denen er leitende Positionen in drei verschiedenen Kliniken innehatte. (Verlagstext)

Karten (Vorverkauf: 5,- €,  Abendkasse: 7,- €) können in der Stadtbibliothek  und in der Touristinformation im Lutherhaus erworben werden.

Published in: on April 25, 2017 at 5:37 pm  Schreibe einen Kommentar  

„Die Stimme Amerikas – US-Musik in der DDR“ Film und Gespräch mit Michael Rauhut

Amerikanische Musik geriet nach 1945 zwischen die Fronten des Kalten Krieges, wie Michael Rauhut und Tom Franke in ihrem Film „Die Stimme Amerikas – US-Musik in der DDR“  dokumentieren. Die Produktion ist am 20. März 2017 ab 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek in Neustadt an der Orla zu sehen. Michael Rauhut wird in den Abend einführen und zum Gespräch zur Verfügung stehen.

Foto Dokfilm

Die Vereinigten Staaten von Amerika besaßen in der DDR einen vielschichtigen Symbolgehalt. Ihren Anhängern galten sie als »Land der unbegrenzten Möglichkeiten«, ein Sinnbild von Freiheit, während die Propaganda zwischen zwei Lagern unterschied: die ›herrschende Klasse‹, die das Prinzip des Kapitalismus auf die Spitze trieb, und das ›einfache Volk‹, die ›Ausgebeuteten und Unterdrückten‹. Sie wurden als »das andere Amerika« gepriesen. Beide Seiten, die Sympathisanten wie auch die Gegner der USA, sahen ihre Idee von der Neuen Welt in den unterschiedlichen Formen populärer Musik gespiegelt. Je nach Perspektive galt sie als dekadent oder erlösend, wurde sie als ideologische Wunderwaffe geschmäht oder spendete sie Kraft. Amerika besaß einen Klang.

Afroamerikanische Musik – Blues, Jazz, Gospel oder Soul – hatte einen besonderen Status. Man entdeckte in ihr die Spuren der Sklaverei, konserviertes Unrecht und Leid, ein Sichauflehnen gegen die Verhältnisse. Während die offizielle Lesart das Protestpotenzial dieser Musik lediglich auf die USA bezog, hörte der nonkonforme DDR-Bürger in ihr einen Kommentar zur eigenen Situation. Heftige Debatten entzünden sich am Jazz, er wird lange Jahre als Sirenengesang des ›Klassenfeinds‹ verteufelt. Die Stimme des fortschrittlichen, »anderen Amerika« entdeckt die Propaganda hingegen in ›schwarzen‹ Volksliedtraditionen. 1960 kommt der Weltstar Paul Robeson als Staatsgast in die DDR, ein »Sänger des Friedens«. Fünf Jahre später tourt Louis Armstrong durch den Osten Deutschlands. Er öffnet so manche politische Tür für den Jazz.

Einen besonderen Platz räumt der Film Etta Cameron (1939–2010) ein. Die afroamerikanische Sängerin kommt 1968 in die DDR und lebt fast fünf Jahre lang im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg. In ihrer Wahrnehmung fließen brennglasartig divergierende Amerikabilder zusammen. Weil sie sich simultan in verschiedenen gesellschaftlichen Milieus bewegt, in den Medien genauso zu Hause ist wie im Schutzraum der Kirche, fungiert Etta Cameron als Spiegel konkurrierender Interessen, Visionen und Sehnsüchte.

Michael Rauhut, geboren 1963, studierte von 1984 bis 1989 Musik- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Nach seiner Promotion zum Doktor der Philosophie arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berliner Institut für zeitgeschichtliche Jugendforschung. Weitere Stationen waren das Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (2006) und die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (2007). Seit 2008 ist Rauhut als Professor für populäre Musik am Institut für Musik der Universität Agder in Kristiansand (Norwegen) und seit 2009 ordentliches Mitglied der Agder Vitenskapsakademi.

Die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen setzt mit der Filmreise ihren langjährigen Schwerpunkt zum Verhältnis von Musik, Jugendkulturen und Politik in der DDR fort. Der Filmabend ist eine gemeinsame Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla. (D. Pfletscher)

Um Voranmeldung wird gebeten Tel: 036481/22901 oder stadtbibliothek@neustadtanderorla.de
Der Eintritt ist frei.

Published in: on März 9, 2017 at 12:24 pm  Schreibe einen Kommentar  

Lenareise – Mit Kajaks auf Sibiriens mächtigem Fluss unterwegs – Diashow in Neustadt an der Orla

Eine faszinierende Diashow zeigt Ronald Prokein am Mittwoch, 15. Februar 2017, 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek in Neustadt an der Orla. Gemeinsam mit Markus Möller reiste er durch den Osten Russlands.

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Wenn die Sibirier von der Lena reden, dann mit Respekt. Sie ist der längste und mächtigste Strom Russlands. Möller und Prokein befuhren gemeinsam mit ihren zwei Schäferhunden Gina und Condor als erste Ausländer den Fluss mit Kajaks und erreichten nach über 3000 Kilometern Jakutsk, die kälteste Großstadt der Welt. Unterwegs kenterten die Abenteurer, trafen auf mittellose Kapitäne und Fischer, lernten Wolgadeutsche kennen und Menschen, die nie zuvor einem Ausländer begegnet waren. Sie gerieten in Mafiakreise und entdeckten eines Abends einen Toten. Getrieben von Abenteuerlust und sportlichem Ehrgeiz, geplagt von Hitze und Stürmen, fühlten sie eine Verlassenheit, wie beide sie noch nicht kannten. Der Versuch, ihre Freundschaft wiederzufinden, war wohl das schwierigste Unterfangen ihrer Reise, wie sich bald herausstellte.

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Ronald Prokein absolvierte am Rostocker Konservatorium eine sechsjährige Ausbildung im Fach Akkordeon. Sport und Abenteuer gaben in seinem Leben aber den Ton an. Der gelernte Fahrzeugmechaniker und erfahrene Fallschirmjäger unternahm mit Freunden zahlreiche Reisen und Extremtouren. 1993 reiste er in einem Volvo 480 Turbo bis nach In Salah in Algerien, den heißesten Ort der Welt und erlebte eine Temperatur von 51 Grad Celsius. 1994 umrundete er auf zwei Rädern die Erde, was ihn zum jüngsten Weltumradler aller Zeiten machte. 2006 sorgte er mit seinem Lauf durch ganz Europa für Aufsehen. 2008 entdeckte Ronald Prokein den kältesten bewohnten Ort der Welt, Jutschjugei in Ostsibirien, welcher nun als der neue Kältepol der nördlichen Hemisphäre gilt. Der Autor von bisher fünf Büchern reist seit 15 Jahren durch das Land, um auf Vorträgen und mit Multivisions-Shows von seinen Abenteuern zu erzählen.

Karten für die Veranstaltung (€ 8,-/6,-) können in der Touristinformation im Lutherhaus oder der Stadtbibliothek erworben werden. Reservierungen sind telefonisch unter 036481 22901 oder per E-Mail an stadtbibliothek@neustadtanderorla.de möglich.

Published in: on Februar 1, 2017 at 11:23 am  Schreibe einen Kommentar  

„Rundherum“ – Diashow mit Geschichten und Begebenheiten der 99000 km langen Tour des Weltenradlers Thomas Meixner

Von seiner Reise um die Welt berichtet der Weltenradler Thomas Meixner am Mittwoch, 30. November 2016, in der Stadtbibliothek in Neustadt an der Orla. Dreieinhalb Jahre dauerte sein Abenteuer, das ihn auf 99 000 Kilometern rund um den Erdball führte. Was ihm unterwegs widerfuhr, zeigt er in seiner Diashow, die um 19.00 Uhr beginnt.

Foto: Thomas Meixner


Die Olympischen Spiele in Sydney mit dem Fahrrad zu erreichen war ursprünglich das Ziel des damals 32jährigen. Mit Empfehlungsschreiben des Nationalen Olympischen Komitees, Verabschiedung durch Landrat, Bürgermeister, Freunde und Familie machte sich Thomas Meixner am 1. Mai 1998 auf den Weg – mit über einem Zentner Gepäck auf seinem Rad, das er auf den Namen „Else“ taufte.

„Lieber gescheitert als unversucht“ war sein Reisemotto. Gescheitert ist er nie, denn trotz etlicher Negativerlebnisse, wie etwa eine schwere Infektion in Indien oder ein versuchter Raubüberfall in Equador, kehrte er mit seiner „Else“ glücklich am 2. Dezember 2001 wieder in seine Heimatstadt Wolfen (Landkreis Bitterfeld) zurück.

36 Länder auf 5 Kontinenten bereiste der gelernte Elektromechaniker. Dabei suchte er nicht immer die Postkartenidylle, sondern radelte oft auf einsamen Strecken fernab der ausgetretenen Touristenpfade. Dschungelpisten, Schlammwege, Höhen von über 5200 Meter: „Else“ schaffte mit ein paar Reparaturen scheinbar Unmögliches. Von russischer Gastfreundschaft, neugierigen Chinesen, die aber überhaupt kein Vergleich zu den Indern seien, freundlichen Australiern und einer schlecht gelaunten Amerikanerin, der er sogar eine Nacht Gefängnis zu „verdanken“ hat, wird erzählt. Er sah auf seiner Reise viele schöne Dinge, aber auch genug Armut.

Karten (Vorverkauf: 8,- €,  Abendkasse: 10,- €) können in der Stadtbibliothek und in der Touristinformation erworben werden.

Published in: on November 18, 2016 at 2:59 pm  Schreibe einen Kommentar  

„Sex vor zwölf“ und „Frauen sind die besseren Männer“ – Kabarettistische Lesung von und mit U. S. Levin

Am Mittwoch, 16. November 2016, kommt U. S. Levin nach Neustadt an der Orla.  Seine kabarettistische Lesung in der Stadtbibliothek beginnt um 19.00 Uhr. Auf die von ihm gewohnte verschmitzte Art wird er seine Satiren aus den Büchern „Sex vor zwölf“ und „Frauen sind die besseren Männer“ zum Besten geben.

US. Levin, wurde 1960 in Laucha (Sachsen-Anhalt) geboren und drei Jahre später „nach Sachsen verschleppt“. Der gelernte Tischler begann Anfang der 1990er Jahre, mit seinen satirischen Texten, Gedichten und Aphorismen die Leserinnen und Leser verschiedener Tageszeitungen zu erheitern und zu unterhalten. Seitdem ist er aus der Szene der mitteldeutschen Lachmuskeltrainer nicht mehr wegzudenken, was seine bisher zwölf veröffentlichten Bücher, regelmäßige Veröffentlichungen in der Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ und unzählige Lesungen belegen.

„Sex vor zwölf“ (Klappentext):levin__u-_s-__se_537b09d360291
Ob Schul- oder Menopause, ob glücklich oder verheiratet, ob einsam oder geschieden – in U. S. Levins urkomischen Satiren zur schönsten Nebensache findet sich jeder wieder! Sein Credo: »Wunden müssen schmerzen, sonst tun sie nicht weh!« Die Protagonisten seiner locker-leicht erzählten Episoden verhandeln in unterschiedlichen Situationen die Frage, ob Sex im gehobenen Alter überhaupt noch relevant ist und wenn ja – wie und warum. Aber keine Sorge, Levin bleibt auf dem Teppich: Seine Geschichten sind lebensnah und handlungsreich, mal sinnlich, mal deftig, aber niemals plump. Und: Peter Dunschs zauberhafte Karikaturen setzen noch einen herzhaften Lacher obendrauf.

levin__u-s-__fra_55700d76c0450„Frauen sind die besseren Männer“  (Klappentext):
Endlich gibt es nun das sehnsüchtig erwartete Best-of der Satiren aus den ersten und längst vergriffenen Büchern von U. S. Levin. Darin begegnen dem Leser die lieb gewonnen Protagonisten – der Ich-Erzähler selbst, seine Frau und wie stets das nachbarliche Ehepaar Stürzler – in Geschichten, die das Eheleben so schreibt, vom Autor herrlich überspitzt, urkomisch, wie nur er es bewerkstelligen kann. Da geht es um die Angst des Mannes um sein bestes Stück: sein Auto, und darum, ob die Ehefrau ans Steuer darf. Das alleine kann schon Albträume bereiten. Und wenn noch die neue junge Nachbarin im Fahrstuhl auftaucht, dann ist der Ehefrieden ganz dahin. Doch zum Glück kommt ja jedes Jahr der Hochzeitstag, an dem Mann alles wiedergutmachen kann …

Nicht fehlen dürfen natürlich die schwarz-humorigen Karikaturen von Peter Dunsch, ohne die seine Bücher nur halb so schön wären, wie Levins Frau zu urteilen weiß. Und Frauen haben ja bekanntlich immer Recht! Aber sind sie auch die besseren Männer? Finden Sie’s heraus!

Eintrittskarten zum Preis von 6 Euro (5 Euro ermäßigt) können im Vorverkauf in der Touristinformation und in der Stadtbibliothek oder an der Abendkasse erworben werden. Reservierungen sind per E-Mail an stadtbibliothek@neustadtanderorla.de ebenfalls möglich.

Published in: on November 15, 2016 at 10:18 am  Schreibe einen Kommentar  

Über Blues im geteilten Deutschland

Musikwissenschaftler Michael Rauhut in Neustadt an der Orla

Obwohl der Musikwissenschaftler und Kenner der (DDR-)Musikszene Michael Rauhut seit über acht Jahren in Norwegen lebt und arbeitet, ist er immer wieder in Deutschland unterwegs, um seine Veröffentlichungen vorzustellen. So auch am Mittwoch, 9. November 2016, wenn er mit seinem aktuellen Buch „Ein Klang – zwei Welten. Blues im geteilten Deutschland, 1945 bis 1990” nach Neustadt an der Orla kommt. Seine neuen Erkenntnisse zum Thema Blues in Wort, Bild und Musik stellt er ab 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek vor, untermalt mit Bild und Ton. Die Lesereise wird von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen organisiert. Moderiert wird der Abend von Peter Reif-Spirek.

9783837633870_216x1000Der transcript Verlag schreibt über das Buch:
„Der Blues wird gern auf eine Handvoll Klischees und zwölf Takte reduziert. Doch tatsächlich verbergen sich hinter der scheinbar standardisierten Klangoberfläche mannigfaltige Formen des kulturellen Gebrauchs. Mittels umfangreicher Archivrecherchen illustriert Michael Rauhuts Vergleich der Entwicklung des Blues in Ost- und Westdeutschland, wie soziale und politische Verhältnisse den Sinn von Musik formen. Rauhut zeigt: Wenn auch die Sounds weltweit gültigen Mustern folgen und kaum Unterschiede erkennen lassen, sind doch die Bedeutungszusammenhänge, in denen sich der Blues realisiert, durchaus verschieden. Die Studie bietet nicht nur ein kultur- und musikgeschichtliches Resümee der Genese des Blues in Deutschland, sondern leistet auch einen Beitrag zur Globalisierungsdebatte.“

Michael Rauhut, geboren 1963, studierte von 1984 bis 1989 Musik- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und war im Anschluss drei Jahre lang Doktorand am Forschungszentrum populäre Musik der HU. Nach seiner Promotion zum Doktor der Philosophie arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berliner Institut für zeitgeschichtliche Jugendforschung. 2000 kehrte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls „Theorie und Geschichte der populären Musik“ am Musikwissenschaftlichen Seminar zur Humboldt-Universität zurück. Seine weiteren Stationen waren das Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (2006) und die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (2007). Seit 2008 ist Rauhut als Professor für populäre Musik am Institut für Musik der Universität Agder in Kristiansand (Norwegen) und seit 2009 ordentliches Mitglied der Agder Vitenskapsakademi. rauhut-2014

Rauhut war auch als Moderator und Redakteur beim Berliner Radiosender JazzRadio 101,9 und Autor der Musikredaktion von Deutschlandradio Berlin tätig. Der Jury für Blues und Bluesverwandtes beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik gehört er seit 2008 an.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Um Voranmeldung wird gebeten Tel.: 036481/22901 oder stadtbibliothek@neustadtanderorla.de

Published in: on November 1, 2016 at 12:02 pm  Schreibe einen Kommentar  

„Wir sind nicht für die Wirklichkeit gemacht, sondern für Liebe“ – Ein Abend mit Texten von Kersten Flenter und Musik von Lukas Rauchstein

Mittwoch, 26. Oktober 2016   19.00 Uhr in der Stadtbibliothek

Lukas Rauchstein Foto: Felix Funke

Lukas Rauchstein Foto: Felix Funke

 

Der Abend widmet sich dem Thema Liebe – allerdings nicht verkitscht, sondern leicht verkatert.
Die „Ottawa Sun“ nannte Kersten Flenter den „Hofdichter des Underground“. Seit 1993 schreibt er Texte auf der Klippe zwischen Melancholie und Gelächter. In mehr als 20 Büchern in großen und kleinen Verlagen sind seine Gedichte, Erzählungen, Romane und Kolumnen erschienen. Nach über 1000 Lesungen im In- und Ausland ist ihm die Bühne ebenso vertraut wie der Schreibtisch. In Neustadt an der Orla wird er einen Querschnitt durch sein Werk vorstellen, darunter seine Sammlung von Tresenliedern „Bevor du mich schön trinkst“ und seinen Band „Wir sind nicht für die Wirklichkeit gemacht, sondern für die Liebe“.
Wenn Lukas Rauchstein eine Bühne betritt, wird er zum neuen Hans Albers mit einem Schluck Tom Waits intus. Das könnte mit dem Akkordeon zu tun hab, dass Rauchstein spielt, wenn er nicht am Klavier sitzt. Die Lieder des Rostockers schmecken bekannt und doch speziell, wie Erdbeeren mit Pfeffer und Brackwasser, handeln von Liebe und vom Trinken, von Armut und Ausgrenzung und vom Leben als Leuchtturm. Jung, dynamisch und unzweifelhaft charmant.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Lese-Zeichen e.V

Kersten Flenter Foto: Angela Wulf

Kersten Flenter Foto: Angela Wulf

Eintritt: € 5,-/€ 4,-
VVK: Um Reservierung wird gebeten in der Stadtbibliothek bzw. unter 036481-22901 oder stadtbibliothek@neustadtanderorla.de

Published in: on Oktober 5, 2016 at 7:47 pm  Schreibe einen Kommentar  

„Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot“ – Lesung mit Marion Brasch

Am Mittwoch, 15. Juni 2016, liest die Hörfunkjournalistin und Schriftstellerin Marion Brasch in der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla aus ihrem Roman „Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot“. Die Veranstaltung der 19. Thüringer Literaturtage wird vom Lesezeichen e. V. und der Stadtbibliothek organisiert.

Marion Brasch c Joerg Steinmetz

Foto: Jörg Steinmetz

Im dritten, wunderbar absurden Roman der Berlinerin warten Wladimir und Estragon auf Godot, doch er kommt nicht. Vielleicht hat er sich verlaufen, oder er weiß gar nicht, dass jemand auf ihn wartet. Godot erlebt seltsame Abenteuer: Nachdem er bei einem schweren Unwetter den Niedergang der Werte überstanden hat, begegnet er dem Weihnachtsmann, verbringt eine surreale Nacht im Kaufhaus und verliert kurz darauf seine Stimme, die er beim Gefährlichen Reißwolf wiederzufinden hofft. Er macht Bekanntschaft mit dem jungen Hermann Hesse, der gerade eine Schreibblockade hat, begegnet einem verwöhnten Lackaffen und einer sonderbaren Fischfängerin. Und so ganz nebenbei wird auch das Geheimnis der Weltformel gelüftet.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von 6 Euro (5 Euro ermäßigt) können im Vorverkauf in der Stadtbibliothek und in der Touristinformation erworben werden. Kartenreservierungen sind telefonisch unter 036481-22901 oder per E-Mail an stadtbibliothek@neustadtanderorla.de möglich.

Marion Brasch wurde 1961 in Ost-Berlin geboren. Nach dem Abitur und der Ausbildung zur Schriftsetzerin arbeitete sie zunächst in einer Druckerei, später bei verschiedenen Verlagen und dem Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR.
Von 1987 bis 1992 war sie beim Radiosender DT64 als Musikredakteurin, Moderatorin und Autorin tätig. Nach Zwischenstationen bei zwei Rundfunksendern ist sie seit 1997 freiberuflich für Radio Eins (RBB) tätig. In den letzten Jahren war die Mutter einer Tochter auch schriftstellerisch tätig und veröffentlichte drei Romane. Ihre Familiengeschichte liest sich nicht nur spannend wie ein Buch, sie wurde von ihr als solches 2012 unter dem Titel „Ab jetzt ist Ruhe“ auch veröffentlicht.

Die Familie deutsch-österreichischer Kommunisten mit jüdischen Wurzeln war geprägt von Spannungen, ausgetragen in einem Generationenkonflikt zwischen dem Vater und seinen Söhnen. Vater Horst Brasch arbeitete nach seiner Rückkehr aus dem politischen Exil in Großbritannien als Zeitungsredakteur. Dann schlug er eine politische Laufbahn ein, bekleidete verschiedene Ämter bis hin zum stellvertretenden Kulturminister der DDR. Seine ideologische Linientreue sprang nicht auf seine drei Söhne über.

Der älteste, Thomas Brasch, wurde während seines Journalistik-Studiums an der Karl-Marx-Universität Leipzig wegen „Verunglimpfung führender Persönlichkeiten der DDR“ exmatrikuliert. 1968 verteilte er Flugblätter gegen den Einmarsch der sowjetischen Truppen, was ihm eine Haftstrafe einbrachte. Angezeigt hatte ihn sein eigener Vater.
Thomas Brasch wurde nach seiner Ausreise 1976 die literarische Stimme der Nachkriegskinder ostdeutscher Herkunft. Eine inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit denunzierte ihn als Staatsfeind, wie auch seinen Bruder Klaus Brasch. Dieser hatte die Schauspielschule besucht, galt als junges Talent und war auf verschiedenen Bühnen der Republik und in DEFA-Produktionen zu sehen („Solo Sunny“).
Peter Brasch, der jüngste der drei Brüder, wurde ebenfalls während seines Studiums exmatrikuliert, weil er gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann protestiert hatte. Er blieb aber in der DDR, übersetzte Theaterstücke und schrieb für den Rundfunk. Nach der Wende arbeitete er als Dramaturg und Regisseur.

Alle drei Brasch-Söhne starben früh und teils unter ungeklärten Umständen. Im Gegensatz zu ihren Brüdern rebellierte Marion Brasch nicht, weder gegen den Vater, noch gegen das System. Die letzte Überlebende ihrer Familie ging ihren eigenen Weg. Heute ist sie eine weithin geschätzte Journalistin und Autorin. (D. Pfletscher)

Published in: on Mai 31, 2016 at 9:43 am  Schreibe einen Kommentar  

„Thüringen in kleinen Schritten“ – Notizen vom hörenden Fußmarsch

Nikolaus Huhn laeuft am 29.04.2013 bei Neuhaus am Rennweg (Th?ringen) mit seinem " Hoergeraet " auf dem Rennsteig. Mit dem selbstgebauten blauen Fahrkasten mit zwei Riesenohren sorgt der Aktionskuenstler auf seiner ueber 1000 Kilometer langen Wanderung durch Thueringen fuer Aufmerksamkeit und sucht ibei zufaelligen Begegnungen die Antwort auf die Frage Ò Was machen wir eigentlich, wenn Selbstverstaendlichkeiten einmal nicht selbstverstaendlich sind? Ó und will mit Unabhaengigkeit von der globalen Wirtschaft " Die Staerken der Region entdecken! " Foto: Michael Reichel (ari)

Lesung und Diskussion mit dem Aktionskünstler Nikolaus Huhn am Mittwoch 20. April, 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek.

Was tun wir, wenn eine Woche lang der Strom ausfällt, Energiepreise obszön ansteigen, der Welthandel oder die Finanzwirtschaft einknicken? Wir können notfalls aus eigener Kraft und aus den Ressourcen der Region leben?
Im Frühjahr 2013 sucht der Thüringer Aktionskünstler Nikolaus Huhn Antworten auf diese Fragen. Zwei Monate lang wandert er durch seine Heimat und hört den Menschen vorbehaltlos zu. Besonders im ländlichen Raum findet er die Stärken der Region. In diesem spannenden Etappenbericht wird keinerlei Schwarzmalerei betrieben. Im Gegenteil: Das Buch beschreibt mit leichter Feder ernste Herausforderungen und lädt ein, sich ihnen zu stellen.

»Herausgekommen sind oft hintersinnige und humorige Texte, die laut Huhn sowohl als gesellschaftliche Bestandsaufnahme als auch als Reisebericht zu lesen seien.« (B. Götte, Freies Wort)Foto Huhn f Fußmarsch

Nikolaus Huhn, geb. 1959, ist gelernter Tischler; selbstständig als Energieberater und im Bereich Wärmedämmung. Autor für die »Süddeutsche Zeitung«, »Freitag«, »Neues Deutschland« und verschiedene Rundfunkanstalten. Seit 1993 lebt er mit seiner Familie im Thüringer Holzland bei Jena.

Kartenvorbestellung (6,- €/5,- €) 036481- 22901 oder stadtbibliothek@neustadtanderorla.de

Bilder des Abends

 

 

Published in: on April 6, 2016 at 10:55 am  Schreibe einen Kommentar